Mittwoch, 28. November 2012

Und am Anfang stand das Wort...

Wenn ich darüber nachdenke, was ich in über 3 Monaten an Worten neu gelernt und wiederholt habe, fällt mir auf, dass es die alltäglichen Worte waren, die ich nicht immer wusste.

Für all Diejenigen die noch zur Schule gehen (und natürlich auch für alle Anderen die sich gerne testen wollen), was war denn nochmal das Wort für:
  • Zahnbürste
  • Decke
  • Spitzer
  • Husten
  • Schnupfen
  • Erkältung
  • Mehl
  • Rosinen
  • Wasserkocher
  • Teekanne
  • Hefe
  • Kartoffelbrei
  • Brötchen
  • Paprika
  • Hochzeitstag
  • Patentante/-onkel
  • Hirsch
  • Handtuch
(Die Lösungen gibt es am Ende des Artikels)

Vielleicht wisst ihr das ja auch alles und in einer ruhigen Minute wäre mir das auch eingefallen, aber in einem Gespräch war es zu Beginn wirklich schwer, auf die einfachsten Worte zu kommen.
Wir lernen in der Schule einen Text zu interpretieren, in Englisch zu erörtern und viele andere manchmal sehr komplexe Sachen, aber ich kann euch sagen: Das hilft alles nichts, wenn ihr in der Apotheke seit und gebeten werdet eure Erkältung zu beschreiben um das richtige Medikament zubekommen.
Jeder Russischschüler kann mir sofort das Wort für Sehenswürdigkeit nennen (достопримечательность), aber bei dem Wort für „ein bisschen schlafen“ (вздремнуть) wissen wir nicht sofort weiter auch beim englischen Äquivalent (to nap) muss man erst mal kurz nachdenken.

Für alle, die darüber nachdenken ins Ausland zu gehen, ob nun zum Studium oder zur Schule, das sollte kein Problem für euch darstellen. Zumindest hatte ich keine Probleme dem Unterricht von Beginn an gut zu folgen.
Aber wer ist denn nochmal „ya“ und wer ist „ye“?
Nun sagen einige wieder: „Das weiß ich doch, das sagen die in Filmen, Rap-Songs und Livekonzerten.“
Versucht mal den Unterschied heraus zuhören, wenn ein Ire schnell auf euch einredet. Na wer denn nun? Ich oder doch wir?

Oder wann sage ich nochmal „please“ und wann „You´re welcome“?
„You´re welcome“ ist „bitte sehr“. Wenn du jemandem etwas gibst und er sagt „Thank you“, dann ist die Antwort „You´re welcome“ (Very welcome, most welcome).
„Please“ wiederum ist nun einfach zu erraten. Wenn du jemanden um etwas bittest, dann kommt „please“ an das Ende. („Can you give me the milk, please?)

Und wann sage ich „pardon“ und wann „Excuse me“?
Nun, die gute Nachricht ist, es gibt keinen wirklichen Unterschied, man variiert einfach. Aber wenn man sich irisch verhalten will, dann sagt man einfach „sorry!!!!“ (I´m so sorry, I´m very sorry) Die Iren sind ganz groß im Entschuldigen für alles und nichts, ganz einfach um des „sorry“s wegen. Wir haben das jetzt in der kleinen Küche verboten, es ist einfach zu nervig…
Die beste Lösung bei totaler Ahnungslosigkeit ist ein nettes Lächeln aufzusetzen und über Irland oder auch Wahlweise über die eigene Lebensgeschichte zu reden. Da springen die meisten Iren darauf an, denn man hört immer gerne Positives über sein eigenes Land und als Ausländer ist man sowieso interessant, wenn es um die Lebensgeschichte geht….und ganz schnell ist das Thema davor vergessen.

Aber im Moment bin ich mit dem Sprechen in Englisch ganz zufrieden, es ist eher die deutsche Sprache, die mir im Moment Probleme bereitet. Das war schon ein bisschen gruselig als es mir bewusst wurde, aber manchmal muss ich jetzt wirklich über die deutschen Wörter nachdenken.
Dafür habe ich keine Probleme mehr mit dem ausgeprägten Farmerakzent meiner Biologielehrerin... zumindest meistens, auch mein sehr schnell sprechender Englischlehrer (wir schätzen, er kommt aus dem Süden Irlands, da ist ein maschinengewehrartiger, schneller Sprachstil normal) ist nun gut verständlich für mich, es ist eben alles eine Frage der Übung.
Das Einzige, das mich wirklich zur Verzweiflung treibt, ist, wenn ich mit Iren telefonieren muss. Das kann dann aufgrund des Genuschels ganz schnell wie Chinesisch für mich klingen. Was mich dann dazu bringt die wenigen Dinge die ich klar verstanden habe in einen ganz neuen Kontext zubringen. So habe ich schon aus einem Spaziergang eine Urlaubsreise gemacht, nur weil ich die Worte „Berge“ und „Sonne“ verstanden habe. Das war schon ein bisschen peinlich und am Telefon hilft auch das Lächeln nicht. Das ist also meine Baustelle, an der ich im Moment arbeite.
Hier nun die Auflösung des kurzen Tests vom Anfang:
  • Zahnbürste (a toothbrush)
  • Decke (a blanket)
  • Spitzer (a sharpener)
  • Husten (a cough)
  • Schnupfen (a runny nose)
  • Erkältung (a cold)
  • Mehl (a flour)
  • Rosinen (the raisins)
  • Wasserkocher (kettle)
  • Teekanne (tea pot or pot)
  • Hefe (yeast)
  • Kartoffelbrei (mashed potatoes)
  • Brötchen (roll)
  • Paprika (pepper)
  • Hochzeitstag (anniversary)
  • Patentante/onkel (godmother/father)
  • Hirsch (deer)
  • Handtuch (towel)
  • „ya“ und „ye“ sind umgangssprachliche Ausdruecke fuer „du“ und „ihr“
Bald beginnt ja auch die Weihnachtszeit und ich kann euch erzählen, wie meine irische Familie zum ersten Mal St. Nikolaustag gefeiert hat, den haben die Iren nämlich nicht, aber darüber mehr in der nächsten Woche!



2 Kommentare:

  1. Neue Informationen von den grünen Inseln. :-)
    Deinen Blog zu lesen bringt mehr, als der Englisch-Unterricht an meiner Schule... und es macht auch wesentlich mehr Spaß. ^^
    Ich hoffe, du verlernst die deutsche Sprache nicht ganz.
    Liebe Grüße vom Kontinent.

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    1. Danke für den lieben Kommentar ;) super wenn es ein wenig weitergeholfen hat.

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