Mittwoch, 15. Mai 2013

Januar, Februar, März, April...die Jahresuhr steht niemals still

...und ich habe dann natürlich nicht die Woche darauf gepostet. Tut mir ehrlich leid. Zu meiner Verteidigung: ich habe auch nichts in meinem anderen Blog geschrieben.

Eigentlich hatte ich vor, jetzt von meinen Erlebnissen zu berichten, die ich ja in den letzten Monaten hatte: Eltern da gewesen, St. Patricks Day gefeiert, Uni angeschaut, in Dublin Austauschschüler getroffen, in Limerick gewesen,Ostern gefeiert, Präsidenten auf offener Straße gesehen... aber irgendwie will das alles nicht in einem wunderschön flüssigen Text aus meinen Fingern heraus kommen. Deswegen gibt es dafür einen Haufen Bilder und jeder, der sich wirklich sehr für die "dunkle Phase" interessiert, möge doch bitte in 3 Wochen nachfragen, denn da bin ich leider/zum Glück wieder daheim. (Zu meiner verrückten Gefühlslage später noch was.)
Hier erstmal ein Paar Bilder der letzten Monate:
Am Lough Mask fast in Connemara drin ;)

Blick auf einen der Seen in Connemara.


Connemara ist ein MUSS für jeden Irlandbesucher! Wunderschön!!!


Claremorris an St.Patrick´s Day (es hat gegossen wie aus Eimern)

Zwar nur eine kleine Parade aber wir hatten unsern Spaß ;)

Dieses Jahr ist Jahr der Zusammenkunft in Irland, alle sollen kommen :D

Ein Leprechaun! Ich wusste immer, dass es sie wirklich gibt!

...natürlich Alles schön in den irischen Farben

In Galway gibt es einen wundervollen Markt, auf dem man auch einen Haufen Deutsche sehen kann!

Aber von letzter Woche kann ich ganz gut erzählen, dass ist nämlich alles noch "frisch". Wir hatten Praktikumswoche und ich war in der Creché, was in etwa Kindergrippe, Kindergarten und Vorschule in einem ist.
Lustiger Weise war ich nicht mal aufgeregt, als ich hingegangen bin (als ich vor 2 Jahren mein erstes Praktikum gemacht habe, wäre ich fast verrückt geworden, so nervös war ich), aber das Ganze kam mir dann doch banal vor, schließlich bin ich ja auch ohne Freunde und Familie in ein Flugzeug nach Irland gestiegen. Überhaupt machen mich viele kleine Dinge jetzt nicht mehr so verrückt, so z.B. Fremde nach dem Weg fragen, Busse und Züge nehmen (auch ohne vorher genau recherchiert zu haben) oder ans Telefon zu gehen um mit jemandem auf Englisch zu reden.
Aber die Creché hat dann doch noch einige Überraschungen bereit gehalten. Angefangen habe ich bei den "Großen", den 4-jährigen in der Montessori-Vorschule. Die waren natürlich ganz glücklich jemand Neuen dabei zu haben, aber schon nach einer halben Stunde kam die Frage: " Laura, why do ya talk so strange?", denn Kindern entgeht natürlich nichts, aber Ausländer zu sein macht dich dann natürlich nochmal besser. Bei den Großen gab es erstaunlich viel zu lernen: Türmchen bauen, Buchstaben und Zahlen schreiben (einige können auch schon lesen) und ein paar irische Wörtchen. Über die Woche hinweg habe ich mich dann langsam bis zu den ganz Kleinen runtergearbeitet (Babys im Alter von 8 Monaten), aber am meisten Spaß habe ich mit den Woddlern gehabt. Zur Worterklärung: Woddler können zwar schon laufen und etwas sprechen, aber noch nicht so gut wie Toddler. Außerdem müssen sie noch Mittagschlaf machen. Diese spezielle Rasselbande hat einem keine Minute ruhe gelassen, immer war irgenwas.
Ich dachte immer Menschen aus Donegal seien schwer zu verstehen, aber weit gefehlt. Ees sind die Sprachanfänger; die Sprachanfänger mit Nudeln im Mund, die mir leichte Probleme bereitet haben. Aber trotzdem war es sehr schade, die Kleinen und Großen nach einer Woche wieder verlassen zu müssen.

Aber leider mussten wir ja wieder zurück in die Schule, obwohl wir da ja auch unseren Spaß haben. Nur ist ja alles fast schon wieder vorbei!  Und langsam aber sicher fangen die Gedanken an, sich um die Abreise zu drehen. Ich glaube, es ist schwer zu verstehen, wie sich das anfühlt, wenn man nicht eine Zeit lang im Ausland gelebt hat. Man ist glücklich, denn man hat seine Familie und Freunde vermisst. Man ist traurig, weil man Freunde und Familie hier zurück lässt. Man will unbedingt schon alles für daheim planen und am liebsten doch wieder nicht darüber nachdenken. Man stellt sich vor, wie man packt, ich habe noch keinen Plan, wie ich das alles ordentlich verpacken soll, man träumt davon wie man an altbekannte Orte geht, ich habe schon zum dritten Mal davon geträumt wie ich in unser Sekreteriat in der Schule gehe und jedes Mal war niemand da! Gedanken und Gefühle spielen also verrückt! Und immer wieder kommt auch noch Erstaunen durch, ich habe das wirklich gemacht! Ich habe eines meiner Lebensziele tatsächlich verwirklicht! Das wiederum macht dann wieder stolz und doch kommt auch etwas Trauer durch, ich meine jetzt muss ich ja wieder etwas Neues suchen!

Aber das hier soll ja noch nicht das Résumé meines Aufenthalts sein, dafür habe ich ja dann doch nochmal etwas Zeit!