Wenn ich darüber nachdenke, was ich in
über 3 Monaten an Worten neu gelernt und wiederholt habe, fällt mir
auf, dass es die alltäglichen Worte waren, die ich nicht immer
wusste.
Für all Diejenigen die noch zur Schule gehen (und natürlich auch
für alle Anderen die sich gerne testen wollen), was war denn
nochmal das Wort für:
- Zahnbürste
- Decke
- Spitzer
- Husten
- Schnupfen
- Erkältung
- Mehl
- Rosinen
- Wasserkocher
- Teekanne
- Hefe
- Kartoffelbrei
- Brötchen
- Paprika
- Hochzeitstag
- Patentante/-onkel
- Hirsch
- Handtuch
(Die Lösungen gibt es am Ende des
Artikels)
Vielleicht wisst ihr das ja auch alles
und in einer ruhigen Minute wäre mir das auch eingefallen, aber in
einem Gespräch war es zu Beginn wirklich schwer, auf die einfachsten
Worte zu kommen.
Wir lernen in der Schule einen Text zu
interpretieren, in Englisch zu erörtern und viele andere manchmal
sehr komplexe Sachen, aber ich kann euch sagen: Das hilft alles nichts,
wenn ihr in der Apotheke seit und gebeten werdet eure Erkältung zu
beschreiben um das richtige Medikament zubekommen.
Jeder Russischschüler kann mir sofort
das Wort für Sehenswürdigkeit nennen (достопримечательность),
aber bei dem Wort für „ein bisschen schlafen“
(вздремнуть) wissen wir nicht sofort weiter auch beim
englischen Äquivalent (to nap) muss man erst mal kurz nachdenken.
Für alle, die darüber nachdenken ins
Ausland zu gehen, ob nun zum Studium oder zur Schule, das sollte kein
Problem für euch darstellen. Zumindest hatte ich keine Probleme dem
Unterricht von Beginn an gut zu folgen.
Aber wer ist denn nochmal „ya“ und
wer ist „ye“?
Nun sagen einige wieder: „Das weiß
ich doch, das sagen die in Filmen, Rap-Songs und Livekonzerten.“
Versucht mal den Unterschied heraus
zuhören, wenn ein Ire schnell auf euch einredet. Na wer denn nun?
Ich oder doch wir?
Oder wann sage ich nochmal „please“
und wann „You´re welcome“?
„You´re welcome“ ist „bitte
sehr“. Wenn du jemandem etwas gibst und er sagt „Thank you“,
dann ist die Antwort „You´re welcome“ (Very welcome, most
welcome).
„Please“ wiederum ist nun einfach
zu erraten. Wenn du jemanden um etwas bittest, dann kommt „please“
an das Ende. („Can you give me the milk, please?)
Und wann sage ich „pardon“ und wann
„Excuse me“?
Nun, die gute Nachricht ist, es gibt
keinen wirklichen Unterschied, man variiert einfach. Aber wenn man
sich irisch verhalten will, dann sagt man einfach „sorry!!!!“
(I´m so sorry, I´m very sorry) Die Iren sind ganz groß im Entschuldigen für alles und nichts, ganz einfach um des „sorry“s
wegen. Wir haben das jetzt in der kleinen Küche verboten, es ist
einfach zu nervig…
Die beste Lösung bei totaler
Ahnungslosigkeit ist ein nettes Lächeln aufzusetzen und über
Irland oder auch Wahlweise über die eigene Lebensgeschichte zu reden.
Da springen die meisten Iren darauf an, denn man hört immer gerne Positives über sein eigenes Land und als Ausländer ist man sowieso
interessant, wenn es um die Lebensgeschichte geht….und ganz schnell
ist das Thema davor vergessen.
Aber im Moment bin ich mit dem Sprechen
in Englisch ganz zufrieden, es ist eher die deutsche Sprache, die mir
im Moment Probleme bereitet. Das war schon ein bisschen gruselig als
es mir bewusst wurde, aber manchmal muss ich jetzt wirklich über die
deutschen Wörter nachdenken.
Dafür habe ich keine Probleme mehr mit
dem ausgeprägten Farmerakzent meiner Biologielehrerin... zumindest
meistens, auch mein sehr schnell sprechender Englischlehrer (wir
schätzen, er kommt aus dem Süden Irlands, da ist ein maschinengewehrartiger,
schneller Sprachstil normal) ist nun gut verständlich für mich,
es ist eben alles eine Frage der Übung.
Das Einzige, das mich wirklich zur
Verzweiflung treibt, ist, wenn ich mit Iren telefonieren muss. Das
kann dann aufgrund des Genuschels ganz schnell wie Chinesisch für
mich klingen. Was mich dann dazu bringt die wenigen Dinge die ich
klar verstanden habe in einen ganz neuen Kontext zubringen. So habe
ich schon aus einem Spaziergang eine Urlaubsreise gemacht, nur weil
ich die Worte „Berge“ und „Sonne“ verstanden habe. Das war
schon ein bisschen peinlich und am Telefon hilft auch das Lächeln
nicht. Das ist also meine Baustelle, an der ich im Moment arbeite.
Hier nun die Auflösung des kurzen
Tests vom Anfang:
- Zahnbürste (a toothbrush)
- Decke (a blanket)
- Spitzer (a sharpener)
- Husten (a cough)
- Schnupfen (a runny nose)
- Erkältung (a cold)
- Mehl (a flour)
- Rosinen (the raisins)
- Wasserkocher (kettle)
- Teekanne (tea pot or pot)
- Hefe (yeast)
- Kartoffelbrei (mashed potatoes)
- Brötchen (roll)
- Paprika (pepper)
- Hochzeitstag (anniversary)
- Patentante/onkel (godmother/father)
- Hirsch (deer)
- Handtuch (towel)
- „ya“ und „ye“ sind umgangssprachliche Ausdruecke fuer „du“ und „ihr“
Bald beginnt ja auch die Weihnachtszeit
und ich kann euch erzählen, wie meine irische Familie zum ersten
Mal St. Nikolaustag gefeiert hat, den haben die Iren nämlich nicht,
aber darüber mehr in der nächsten Woche!





