Sonntag, 4. November 2012

In Irlands Wildem Westen

Nein, der Titel ist nicht nur gewählt, weil ich in meiner Kindheit zu viele Karl May Bücher gelesen habe,  denn Irlands Westen ist auf Grund seiner rauen Landschaft durchaus als "wild" zu bezeichnen.
Hier kann man eine scheinbar unendliche Variation von Naturschauspielen finden: zerklüftete Felsenformationen, Berge, Seen, Flüsse, scheinbar unendliche grüne Graslandschaften, Moore und eine Küste, die von Freiheit flüstert; all das ist der Westen.
Er besteht aus 5 Counties: Roscommon, Mayo, Leitrim, Donegal und Sligo, die alle aufgrund ihrer individuellen Landschaft und Geschichte einen Besuch wert sind.

Warum ich mich dieses Mal mit der Landschaft beschäftige? Nun, ich hatte in meinen Ferien etwas Zeit zu reisen und mal wieder hat es mich erstaunt, wie schön es hier ist, es tut manchmal fast schon weh.

Schon eine einzelne Autofahrt ist ein kleines Abenteuer, denn auf den kurvigen Straßen ändert sich die Landschaft sehr schnell... wo eben noch grüne Hügel waren sieht man plötzlich Berge aufragen und dann kann da auch schon das Meer sein.


Meine Reisefreude hat mich so auch nach Westport geführt. Eine kleine Stadt in der Clew Bay am Atlantischen Ozean gelegen mit einer malerischen Innenstadt, die durch die vielen georgianischen Häuser einen gewissen rauen Charme hat. 



Außerdem ist Westport eines der beliebtesten Touristenziele im County Mayo. Auch Pilgerreisende kommen häufig hierher um den Berg Croagh Patrick zu besteigen, der sozusagen über der Stadt aufragt.


 


Auch hier begegnete uns natürlich wieder die Freundlichkeit und Redefreude der Iren. In einem Hutgeschäft hatte ich ein angeregtes Gespräch mit dem Besitzer über die deutschen Köpfe. Er hatte dieses Jahr schon zweimal Übergrößen bestellen müssen! Einmal sogar für einen Mann der von sich behauptete er habe den größten Kopf Deutschlands (Hutgröße XXXXL). Erstaunt sah ich auch einen alten VW Bus mit deutschem Kennzeichen an mir vorbeifahren. Und erst recht kam da ein Gefühl von Heimat auf als ich zwei Frauen vor sich hin Schwäbeln hörte.
Auch meine Gastschwester kam auf ihre Kosten: in einem Café, in dem ein südländischer Mann kellnerte (wir konnten seinen Akzent nicht ganz zuordnen), konnten wir französischer Musik lauschen und beim Mittagessen im Pub saßen dann Franzosen hinter uns. Westport also eine internationale Idylle? Wir werden dran bleiben, vielleicht sehe ich dann sogar den alten VW wieder.



Sprachlos waren wir dann erstmal an der Küste, denn die ist aufgrund ihrer Hügel und Steinstrände einfach unbeschreiblich schön.




Außerdem war der Himmel an diesem Tag ein Beweis für die Unbeständigkeit des irischen Wetters und somit konnten wir ein einmaliges Lichtspiel auf dem Wasser sehen. 



Etwas unheimlich wurde es dann, als es schlagartig begann dunkler zu werden und wir zu allem Überfluss noch an einem Wäldchen vorbei mussten in dem Raben lebten!



Auch von der Küste aus kann man Croagh Patrick sehen. Außerdem sind viele kleine Inseln in der Bucht zu finden, die etwas Verwunschenes an sich haben. Westport ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man hier ist, und auch aufgrund der vielseitigen Kunstausstellungen, die dort zu finden sind.





Außerdem waren wir auch in Galway; das erste Mal, dass wir Bekanntschaft mit dem irischen Bussystem gehabt haben. Das Zugsystem ist bequem und einfach zu verstehen, wohl auch deswegen, weil es nicht so stark ausgebaut ist. Das irische Bussystem wurde allerdings am Ende etwas nervenaufreibend, da man wissen sollte wie es funktioniert, vor allem an größeren Stationen. Aber so haben wir schnell für das zukünftige Reisen in Irland gelernt.

Galway ist die größte Stadt im Westen Irlands, die mit einer mittelalterlichen Innenstadt nur so zum shoppen einlädt. Sie wird aufgrund ihrer Geschichte auch "the town of the tribes" genannt.




Die vielen kleinen Läden laden zum herumstöbern ein, besonders wenn es wieder einmal mit Regnen anfängt.


Die "Skyline" von Galway, glücklicherweise frei von Wolkenkratzern.

Hatte man in Westport noch das Gefühl, sich in einem kleinen verschlafenen Städtchen zu befinden, so muss man bei Galway sagen, dass es sich wohl um eine der westlichsten Städte Irlands handelt, die ein gewisses internationales Flair vermittelt und die Anonymität einer größeren Stadt besitzt.

... obwohl der Hafen eher an ein Fischerstädtchen erinnert.


Auch hier konnte man wieder die wundervolle Küste bewundern, obwohl sie bei weitem nicht so wild war wie in Westport.



Auch meine Umgebung daheim ist durchaus interessant und sieht an sonnigen Herbsttagen (ja, die gibt es wirklich) wunderschön aus.


Obwohl es hier bei mir eher Flachland und viel Gras gibt, kann man schon, wenn man ein kleines Stückchen läuft, die ersten Silhouetten der Berge erkennen.

Tolle große Bäume gibt es hier auch und manchmal sieht man dann auch Kuh- und Schafherden darunter weiden.



Und wenn man auf der verlassenen Landstraße den Blick schweifen lässt kann man auch durchaus mal auf Häuseruinen stoßen, die langsam wieder von der Natur zurückerobert werden.

Ich denke die Bilder zeigen eindeutig, wie schön und wild der Westen ist und man findet hier immer wieder Ecken, in denen es so scheint, als sei seit Jahren niemand mehr vorbei gekommen.
Du brauchst ein stilles Plätzchen zum nachdenken, wo dich niemand stört? Du willst einfach nur mal die Gedanken schweifen lassen und die Natur genießen? Irlands Westen ist definitiv der richtige Ort dafür!

1 Kommentar:

  1. Hallo Laura, Danke für deine Karte! Ich benötige einen Buchtipp für ein ein Mädchen in deinem Alter. Hast du eine Idee? Gern per mail über den Kontakt der Praxishompage www.dr-teller.de
    Liebe Grüße von Daniela

    Irische Zahnseide -tägl. hoffe ich;)!

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